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Am 22.11.2017 fand von 16:30 bis 18:00 Uhr ein Webinar von Herrn Dr. med. Martin Viehweger zum Thema PrEP statt.

Unter den folgenden Links finden Sie eine Aufzeichnung des Webinars. Die Links öffnen sich in einem neuen Fenster.

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Die US-amerikanische Zulassungsbehörde hat im Februar den Integrasehemmer Bictegravir als Teil einer Fixkombination mit Tenofoviralafenamid und Emtricitabine zugelassen. Das neue Arzneimittel kommt unter dem Handlesnamen BictarvyTM auf den Markt.

Der Wirkstoff ähnelt im Resistenzprofil Dolutegravir und wirkt laut aktueller Datenlage auch dann, wenn andere Medikamente wie Raltegravir oder Elvitegravir nicht mehr helfen.

Weitere Vorteile: In der Standarddosierung 50 mg braucht Bictegravir im Gegensatz zu Elvitegravir keinen Booster. Außerdem kann die Fixkombination unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden und hat eine Halbwertszeit im Blut von 18 Stunden. Beides führt dazu, dass man das Medikament in etwas flexibleren Abständen einmal täglich einnehmen kann.

Was die neue Fixkombination kosten wird weiß man noch nicht. Die Zulassung in der EU wird vermutlich im Laufe des Jahres 2018 kommen.

Quellen: Projekt Information März/April 2018, Jahrgang 26, Nr. 2; i-base.info

Durch eine Impfung möchten sich Patienten vor bestimmten Infektionen schützen z.B. in Vorbereitung auf eine Reise in bestimmte Risikogebiete für Krankheiten wie die Tollwut. Patienten mit Immunsuppression, dazu gehören z.B. Patienten mit Immundefekten, Organtransplantationen, aber auch HIV-Patienten mit aktuell niedrigem CD4-Wert, haben ein deutlich erhöhtes Risiko für impfpräventable Infektionserkrankungen, die darüber hinaus in dieser Patientengruppe besonders schwer verlaufen können.  Viele haben jedoch grundsätzlich Vorbehalte und in der Regel die unberechtigte Sorge, dass die Grunderkrankung durch Impfungen verstärkt werden kann. Die Impfquote in diesen Risikogruppen ist daher auch äußerst gering. Deswegen ist es wichtig für jeden Patienten individuell zu analysieren welche Impfungen möglich sind und von welchen abzuraten sind.

Um sinnvolle Impfempfehlungen für diese Patientengruppe zu geben, muss man die verschiedenen Impfmethoden unterscheiden. Generell kann man zwischen Totimpfstoffen und Lebendimpfstoffen differenzieren. Totimpfstoffe enthalten keinen lebenden Krankheitserreger, die sich vermehren können. Normalerweise sind dort inaktivierte Erreger oder ausgewählte Bestandteile des Erregers enthalten. Zusätzlich beinhalten Totimpfstoffe sogenannte Adjuvantien. Dies sind zusätzliche Komponenten, welche die Impfreaktion verstärken. Diese Totimpfstoffe sind bei Patienten mit immunologischen Störungen in der Regel kein Problem und gut verträglich.

Vielschichtiger und schwieriger ist dagegen die Abwägung für oder gegen den Einsatz von Lebendimpfstoffen. In diesen Impfstoffen sind vermehrungsfähige Pathogene in abgeschwächter Form enthalten, die keine Erkrankung beim Gesunden verursachen. Bei immunsupprimierten Patienten ist die Sicherheit von Lebendimpfstoffen abhängig vom jeweiligen Immundefekt. Beispielhaft für das mögliche Risiko ist der Fall eines  HIV-Infizierten, der jedoch keine antiretrovirale Therapie bekam, der nach einer MMR-Impfung (Masern-Mumps-Röteln) mit einem Lebendimpfstoff eine tödliche Masern-Lungenentzündung entwickelte.

Daher sollte nach Möglichkeit auf Lebendimpfstoffe verzichtet werden. Für HIV-Patienten hängt diese Empfehlung von der CD4-Zellzahl ab. Generell gilt: Ist der CD4-Wert > 500 können Lebendimpfungen durchgeführt werden, zwischen 200-499 muss eine genaue Risiko-Nutzen Abwägung gemacht werden. Ist der CD4-Wert <200 sind Lebendimpfungen kontraindiziert.

Quelle: Spektrum der Virologie 1/2018