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Die Suche nach einem Wirkstoff, der HIV im menschlichen Körper dauerhaft in Schach halten kann, gilt als besonders herausfordernd. Da die Forschungskosten für neue Wirkstoffe extrem teuer sind, bündeln viele Unternehmen ihre Kräfte. Ein Beispiel dafür ist die Firma Abivax. Derzeit befindet sich der von der Firma entwickelte Wirkstoff ABX464 in der klinischen Phase II. Er soll die Viruslast im Blut von Patienten besonders lang anhaltend senken. Um die immensen Kosten der klinischen Testphase stemmen zu können, will sich die Firma einen Partner suchen und die Kräfte bündeln.

Besonders interessant ist eine Kooperation mit Partnern aus dem Impfstoffbereich. In diesem Sektor gibt es mehrere Unternehmen, die sehr aussichtsreiche Ansätze zur Stimulation des Immunsystems verfolgen. Hier kann ein kombinierter Ansatz nicht nur Kostenersparnisse, sondern auch neue, kreative Ansätze in der HIV-Forschung bringen. Durch solche Kooperationen kann die Möglichkeit endlich ein Mittel zu finden, das das HI-Virus endgültig besiegt, gefunden werden.

Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/article170954228/Firmen-buendeln-ihre-kraefte-im-kampf-gegen-Aids.html; Anja Etzel

In den nächsten Jahren ist zu erwarten, dass auch in der HIV-Therapie generische Präparate immer mehr an Bedeutung gewinnen. Generika sind Medikamente, die den gleichen Wirkstoff wie das Originalpräparat enthalten, sich jedoch in den eingesetzten Hilfsstoffen unterscheiden können. Ein Generikum hat somit die gleiche Wirkung wie das Originalpräparat, jedoch kann es in sehr wenigen Fällen durch die andere Hilfsstoffzusammensetzung zu Unverträglichkeiten oder auch Allergien führen.

Das erste Generikum im Bereich HIV ist analog zu Truvada und ist z.B. zugelassen für die Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP) von Hexal, welches in verblisterter Form im Rahmen eines Pilotprojektes in bestimmten Apotheken (siehe www.dahka.de)
in Deutschland für 50,05 € erhältlich ist. Seit 01. Dezember 2017 bietet auch Ratiopharm ein günstiges Generikum zu Truvada für 69,90 € an. Dieses ist in allen Apotheken erhältlich und wird nicht nur für die PrEP, sondern – in Kombination mit weiteren HIV-Medikamenten – auch für die HIV-Therapie eingesetzt. Ebenfalls seit Dezember erhältlich ist  Padviram, ein Generikum von Hexal zu Atripla, welches die Wirkstoffe Efavirenz, Emtricitabin und Tenofovir enthält.

Nachdem die ersten Generika für die Behandlung von HIV auf den Markt gekommen sind, ist es sehr wahrscheinlich, dass weitere folgen werden. Aufgrund dieser Tatsache, ist es möglich, dass auch im Bereich der HIV-Therapie in Zukunft Rabattverträge zwischen den Krankenkassen und pharmazeutischen Firmen geschlossen werden. Bei einem bestehenden Rabattvertrag übernehmen die Krankenkassen nur Medikamente, die von einem oder mehreren bestimmten Unternehmen - und somit zu einem für die Krankenkasse günstigen Preis - hergestellt werden. Da sich diese Verträge jedoch von Zeit zu Zeit ändern, kann es dazu führen, dass der Patient sein Arzneimittel von unterschiedlichen Firmen bekommt. Dies kann von Seiten des Arztes nur durch ein „aut idem“- Kreuz verhindert werden, welches dem Apotheker genau vorschreibt, welcher Hersteller abzugeben ist.

Bereits länger in die Therapie von HIV Einzug gehalten haben sogenannte Re-Importe. Dies sind Medikamente, die identisch mit dem Originalpräparat sind, da sie nicht nur den gleichen Wirkstoff enthalten, sondern auch denselben Hersteller haben. Trotzdem sind diese günstiger als die Originale, da sie im Ausland eingekauft werden, was den Apotheker zu einer bevorzugten Abgabe dieser Präparate verpflichtet. Oft findet man auf den Verpackungen dieser Re-Importe fremdsprachige Texte, welche schnell zu Verunsicherungen führen. Diese sind jedoch in aller Regel unbegründet, da Fälschungen durch ein sehr strenges Überwachungssystem so gut wie nie vorkommen.

Des Weiteren möchten wir auf die nun erhältliche Quartalspackung von Isentress 600 mit 180 Stück hinweisen, welches im Gegensatz zum Isentress 400 einmal täglich zu zwei Tabletten gegeben wird anstelle von zweimal täglich eine. Somit wurde nicht nur die Einnahme erleichtert, sondern auch die Zuzahlung gesenkt, die pro Quartal entrichtet werden muss.
 
Quelle: „Projekt Information“, Jahrgang 26 Nr. 1, Januar/Februar 2018

Bislang müssen HIV-Patienten täglich bis zu drei Tabletten einnehmen (nur in Einzelfällen mehr), um die Viruslast im Körper zu kontrollieren. Nun ist es Forschern jedoch gelungen eine Injektionstherapie gegen HIV erfolgreich zu testen. In einer in Deutschland durchgeführten Studie, die vor allem die Sicherheit der Therapie prüfte, wurden Patienten von einer oralen Therapie auf eine intramuskuläre Therapie im Abstand von vier bzw. acht Wochen umgestellt. Der Patient musste folglich nur noch einmal im Monat bzw. alle 2 Monate eine Spritze injizieren. Nach knapp zwei Jahren war die Viruskontrolle bei der Injektionstherapie sogar etwas besser als bei der konventionellen Tabletten-Einnahme. Bei 90 Prozent der Patienten wurde das Virus dauerhaft unterdrückt. Die häufigste Nebenwirkung waren Schmerzen an der Einstichstelle, die im Mittel nach drei Tagen abklangen.

Die Vorteile der neuen Therapie liegen auf der Hand. Eine seltenere Anwendung könnte dazu führen, dass Patienten sich zuverlässiger an Therapien halten. Zusätzlich besteht die neue Therapie aus nur zwei Substanzen wie sonst üblicherweise drei Substanzen. Dies würde sowohl die Kontrolle des HIV-Erregers verbessern als auch die Entstehung von Resistenzen gegen Wirkstoffe erschweren.

Zulassungsstudien für die neue Injektionstherapie laufen bereits. Wenn in diesen Studien die Ergebnisse bestätigt werden, steht in Zukunft eine effektive Alternative in der HIV-Therapie zur Verfügung, besonders für Patienten, die Probleme mit der Therapietreue oder beim Schlucken haben.

Quelle: www.handelsblatt.com/technik/medizin