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Berlin - Dank vieler hochpreisiger Präparate galt die Arzneimittelversorgung von HIV-Patienten bis 2004 als lukratives Geschäft. Seit der Honorarumstellung engagieren sich in diesem Bereich vor allem Überzeugungstäter. Denn niedrigen Margen stehen viel Arbeit und ein hohes Risiko gegenüber. Und obwohl es inzwischen moderne Wirkstoffe gibt, ist die Versorgung nicht unbedingt einfacher geworden. Die Apotheker müssen sich mit Lieferengpässen und Arzneimittelfälschungen herumschlagen...

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apotheke adhoc - HIV-Versorgung ist keine Goldgrube

In den USA ist die Fixkombination Genvoya® mit den Wirkstoff en Elvitegravir, Cobicistat, Emtricitabin und Tenofoviralafenamid (E/C/F/TAF) von der FDA zugelassen worden. Die Kombination kann eingesetzt werden bei HIV-Patienten ab 12 Jahren, die entweder therapienaiv sind oder deren Therapie umgestellt werden soll.

Die nachweisbare Viruslast von <50 Kopien/ml seit sechs Monaten ist dafür Voraussetzung, sowie kein vorheriges Therapieversagen und keine bekannten Resistenz-assoziierten Mutationen gegenüber einer der Substanzen.

Genvoya® entspricht dem schon länger erhältlichen Stribild®, enthält allerdings statt dem Tenofovirdisoproxilfumarat (TDF) nun den Wirkstoff Tenofoviralafenamid (TAF), welcher sich in Studien durch eine bessere Verträglichkeit und Wirksamkeit auszeichnete. Dadurch reichen nun auch nur noch 10 mg TAF statt bisher 200 mg TDF, während alle anderen Wirkstoff e unverändert bleiben.

Die Tablette wird dadurch kleiner und man erwartet sich weniger ungünstige Auswirkungen auf die Niere und die Knochendichte. Es ist außerdem zu erwarten, dass Gilead auch von seinen anderen Kombipräparaten (Eviplera®, Truvada® und eventuell auch Atripla®) in naher Zukunft aktualisierte Versionen anbieten wird, in denen TDF durch TAF ersetzt wird, da das Patent für TDF demnächst auslaufen wird.

In der EU hat die Europäische Zulassungsbehörde EMA eine „Positive Opinion“ für Genvoya® bereits am 25. September veröff entlicht. Dies ist die letzte Stufe vor der Zulassung, welche in der Regel innerhalb eines Vierteljahres nach der Positiv Opinion erfolgt.


Quelle: www.hivandmore.de / Pressemitteilung Gilead Sciences / Projekt Information, Jahrgang 23, Nr. 6 (November/Dezember 2015)

H84T ist ein genetisch verändertes Lektin aus Bananen und wirkt in Geweben und Blutproben antiviral gegen HIV, Hepatitis C und Grippeviren. Ein bereits vor 5 Jahren gefundenes Protein aus der Banane, das so genannte Bananenlektin bzw. BanLec, hatte ebenfalls antivirale Eigenschaften. Es hindert den HIV-Virus daran in die Zelle zu gelangen, löst jedoch eine Entzündungsreaktion aus, nachdem es über Zuckerreste sowohl am Virus, als auch an T-Zellen gebunden hat. Im Versuch mit Mäusen konnte durch BanLec eine HIV-Infektion verhindert werden, allerdings traten erhebliche Nebenwirkungen auf.

Daraufhin untersuchte eine internationale Forschergruppe den genauen Wirkmechanismus und veränderte das Gen von BanLec.

H84T – das veränderte Molekül – bindet ebenso am Virus und an der Immunzelle, löst aber im Gegensatz zu BanLec keine Entzündungsprozesse aus. Das veränderte Lektin war bereits im Mausversuch gegen Grippeviren wirksam und im Reagenzglas auch gegen HIV, Hepatitis C- und Grippeviren.

Dr. David Markovitz, Professor der Inneren Medizin an der University of Michigan Medical School, und sein Team hoffen, dass sie mit ihrer Arbeit helfen können die Lücke bei den antiviralen Wirkstoffen zu schließen, die gut gegen viele Viren oder gegen Viren wirken, die sich schnell verändern.

Das Team wird weitere Tests mit H84T durchführen und untersuchen wie das Protein gegen andere Viren in Mäusen und Gewebeproben wirkt.

Quelle: www.hivandmore.de; Pressemitteilung der University of Michigan Medical School