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Alle Versuche einen zuverlässigen Impfstoff gegen das HI-Virus zu entwickeln sind bisher gescheitert. Auf der Suche nach einem langfristigen Schutz vor einer HIV-Infektion sind Forscher jetzt jedoch auf ein neues Verfahren gestoßen, was in ersten Tierversuchen hoff nungsvolle Ergebnisse erzielt hat.

Bis jetzt scheiterte die Impfstoff entwicklung immer an der komplexen Struktur des HI-Virus, da es körpereigene T-Zellen an zwei Rezeptoren angreift, dem CD-4 und CCR5 Rezeptor. Bisher konnte der menschliche Körper nur Antikörper produzieren, die am CD4 Rezeptor binden und daher nur teilweise Schutz bieten können. Die jetzt neu entwickelte Gentherapie ist jedoch in der Lage auch den zweiten Rezeptor CCR5 zu belegen.

Damit das neu entwickelte Protein „eCD4-Ig“ Menschen vor einer Ansteckung schützt, müsste das Protein dauerhaft im Körper vorhanden sein. Regelmäßige Injektionen oder gar Infusionen scheiden jedoch aus, da der Körper es als vorbeugende Maßnahme kaum akzeptieren würde. Daher wird „eCD4-Ig“ mittels sogenannter Vektoren (in diesem Fall adenoassoziierte Viren), die alle für die Produktion notwendigen Gene in sich tragen, mit Hilfe einer intramuskulären Injektion in die Muskelzellen des Körpers geschleust. Dort wird dann auf Basis der Gene das körperfremde Protein „synthetisch“ produziert. US-Forscher haben den neuen Ansatz bereits bei vier Rhesusaffen erprobt und alle Tiere waren nach der Gentherapie vor einer Infektion geschützt.

Bevor jedoch klinische Studien gestartet werden können, müssen noch zwei Schwachstellen untersucht werden. Zum einen hielt die durch „eCD4-Ig“ erzeugte Immunität lediglich 34 Wochen an. Danach müsste die Therapie wohl wiederholt werden. Zum anderen müssen noch die Nebenwirkungen der Prophylaxe untersucht werden. Dabei wird es um die Frage gehen, ob das Protein, was ja körperfremd ist, nicht zum Ausgangspunkt einer Immunreaktion wird. Eine Antikörperantwort gegen das eCD4-Ig-Protein könnte die Schutzwirkung schnell beenden und im schlimmsten Fall eine Entzündungsreaktion auslösen. Auch die Induktion von Tumoren, zu denen es gelegentlich nach einer Gentherapie gekommen ist, würde den Einsatz infrage stellen.

Da die Impfung für gesunde Menschen gedacht wäre, dürfen keine drastischen Nebenwirkungen auftreten, sonst wäre das Risiko-Nutzen Verhältnis nicht angemessen.

Quelle: Ärzteblatt.de , Paradisi.de