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Wie bereits in der letzten Ausgabe der ChroniNews angekündigt, berichten wir in der aktuellen Ausgabe nochmals detaillierter über Harvoni®, ein neues Medikament gegen Hepatitis C von Gilead. Bei der Hepatitis C-Infektion handelt es sich um eine virale Infektion mit einem RNA-Virus, die bei über 50% der Infizierten chronisch verläuft. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich parenteral, d.h. beispielsweise durch kontaminierte Blutkonserven, ist aber auch durch sexuellen Kontakt möglich. Die bis jetzt standardmäßige Therapie besteht aus der Kombination von Ribavirin und einem Interferon. Mit dem neuen Medikament Harvoni® von Gilead vereinfacht sich der Therapieplan drastisch. Es muss nur noch eine Tablette der Fixkombination aus Ledipasvir und Sofosbuvir täglich eingenommen werden. Laut Dr. med. Graham Foster, Professor für Hepatologie am Queen-Mary-College in London ist die Einführung von Harvoni® eine grundlegende Veränderung in der Therapie der am weitesten verbreiteten Form vom Hepatitis C. „ Europäische Patienten mit Hepatitis C des Genotyps 1 und ihre behandelnden Ärzte warten schon seit Jahrzehnten auf einen derartigen Behandlungsfortschritt“, so der Professor.

Ledipasvir gehört zur Wirkklasse der NS5A-Hemmer und verhindert somit die Ausreifung eines essentiellen Virusproteins. Sofosbuvir hemmt als Polymerasehemmer die Verlängerung der DNA-Kette, indem es einen Abbruch der DNA-Synthese auslöst. Es handelt sich somit um Wirkstoffe, die den Virus direkt angreifen. Die genaue Behandlungszeit ist abhängig vom Genotyp und der Vorbehandlung und beläuft sich auf acht bis 24 Wochen. Eine Therapie mit Harvoni® ist auch für Patienten mit HIV-Infektion bzw. –Therapie angezeigt.

Als Grundlage für die Zulassung nahm die europäische Kommission die Daten aus drei Phase-III-Studien mit insgesamt 2000 Patienten. Die Zuteilung in die einzelne Behandlungsgruppe erfolgte nach einer Vorbehandlung mit Ribavirin, einer bestehenden Leberzirrhose oder keines der beiden Kriterien. Als Endpunkte nahmen die Verantwortlichen ein dauerhaftes virologisches Ansprechen zwölf Wochen nach der Therapie. 94 bis 99% der Studienteilnehmer ohne Vorbehandlung mit Ribavirin erreichten dieses Ziel und galten somit als geheilt. Zwei weitere, noch laufende Studien zeigen ebenfalls vergleichbare Teilergebnisse. Als Nebenwirkungen traten Kopfschmerzen und Müdigkeit auf. Die bis jetzt vorhandenen Ergebnisse weisen also auf eine neue vielversprechende Therapiemöglichkeit hin.

Quelle: Arznei-News 11/2014; Fachinformation Harvoni®

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