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Berlin - Fehler passieren überall. Aber wenn ein eigener Fehler das Konto eines anderen mit 330.000 Euro belastet, sollte zumindest schnell Abhilfe geschaffen werden. Nicht so beim Pharmakonzern AbbVie. Der lässt Apotheker Erik Tenberken aus Köln seit mehr als zwei Wochen auf der enormen Forderung sitzen. Jetzt hat sich der deutsche Finanzchef persönlich entschuldigt und angekündigt...

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apotheke adhoc - 330.000 Euro: AbbVie lässt Apotheker warten

Der berühmte Virologe Robert Gallo, der das erste bekannte Retrovirus identifizierte und zudem zu den Endeckern des HI-Virus gehört, könnte ein weiterer Durchbruch gelungen sein. Er konnte in einem seiner Labore einen Impfstoff gegen HIV entwickeln, der nun in das klinische Studienprogramm startet. Bis heute wurden schon über 100 Impfstoffe entwickelt, jedoch schaffte es bisher keiner zur Marktreife.

Bis sich Gallo jedoch an ein klinisches Studienprogramm wagte, untersuchte er mit seinem Forscherteam den gesamten Mechanismus bis ins kleinste Detail. Sein Impfstoff wurde so entwickelt, dass das Virus durch ihn nicht mehr in die menschliche Zelle eindringen kann.

Wenn es normalerweise zu einer Infektion mit dem Virus kommt, gelingt es dem Virus durch Bindung an zwei Rezeptoren und einer Strukturveränderung Zugang zur menschlichen Zelle zu bekommen.

Der Impfstoff von Gallo enthält einen Protein-Komplex, der an das Virus bindet und somit die notwendige Strukturveränderung zum Eindringen verhindert. So kann die menschliche Zelle nicht mehr infiziert werden.

Das Besondere an den Studien von Gallo ist, dass die Dosis einen starken Einfluss auf den Effekt hat. Wenn zu hohe Dosen verabreicht werden, kommt es zu einer Immunantwort der T-Zellen, welche sich gegen den Impfstoff richtet. Doch bei der wiederholten Gabe niedriger Dosen des Impfstoffes, wird dieses Problem umgangen, wie Studien an Affen gezeigt haben.

Insgesamt dauerte die Entwicklung 15 Jahre an der University of Maryland. Nun startet der Impfstoff in die erste klinische Phase-I-Studie mit 60 Probanden.


Quelle: Apotheke adhoc (pw/nsa)

Die Entwicklung eines neuartigen Moleküls, das in der Lage ist bestimmte Aminosäuren wie eine Pinzette zu greifen, ist an der Universität Duisburg-Essen gelungen. Durch dieses Molekül ist es wahrscheinlich möglich die Spermienflüssigkeit von Fibrillen, in denen sich HI-Viren und eventuell auch andere sexuell übertragbare Erreger verstecken, zu befreien.

Zudem konnte in Experimenten im Labor gezeigt werden, dass die molekulare Pinzette die Virushülle des HI-Virus zerstören kann, so dass die virozide Wirkung erhöht wäre. Bis dato wurde versucht Frauen durch ein Vaginalgel, in dem sich hohe Konzentrationen antiretrovirale Wirkstoffe befinden, Schutz bei unsicheren Sexualkontakten zu gewährleisten. Diese Gele konnten die Übertragung allerdings nicht verhindern, obwohl die Wirkstoffe sich bei oraler Gabe als effektiv erwiesen haben. Für dieses Versagen verantwortlich ist, laut Jan Münch vom Ulmer Institut für Molekulare Virologie, die spontane Bildung von Fibrillen aus einem prostataspezifischen Enzym (saure Phosphatase), welche die Viren vor den Arzneimitteln abschirmen.

Das neu entwickelte Molekül, zurzeit mit dem Namen CLR01, könnte hier einen Durchbruch bedeuten. Zudem konnten die Forscher beobachten, dass CLR01 nicht nur HI-Viren durch Öffnen der Virushülle vernichtet, sondern auch andere Erreger, wie z.B. Herpes- oder Hepatitis C-Viren angreift. Die Hoffnung der Forscher ruht nun in den klinischen Test, um die Ergebnisse aus den experimentellen Versuchen zu bestätigen.



Quelle: Deutsches Ärzteblatt (pw)