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Unter dem Begriff Adhärenz (engl.  Adherence = Befolgen, Einhalten) versteht man in der Medizin das Ausmaß der Übereinstimmung zwischen dem Verhalten des Patienten bezüglich seiner Medikamenteneinnahme und der mit dem Arzt oder Apotheker vereinbarten Empfehlung.

Bei der HIV-Therapie ist die Adhärenz des Patienten besonders wichtig, um die Viruslast langfristig gering zu halten und Resistenzen zu vermeiden.

Folgendes konnte in einer Studie gezeigt werden: Für HIV-Patienten, die in den ersten vier Monaten der antiretroviralen Therapie adhärent waren, d.h. ihre Tabletten gemäß den Vorgaben des Arztes einnahmen, ist die Wahrscheinlichkeit nach zwölf Jahren eine Viruslast unterhalb der Nachweisgrenze aufzuweisen höher als bei nicht adhärenten Patienten.

Genauer gesagt ist die Wahrscheinlichkeit für eine Virusunterdrückung nach 12 Jahren bei hoher (Einnahme 100% aller Tabletten) bis mittlerer (99,9-80% der vorgeschriebenen Einnahmen) Adhärenz zwei- bis dreimal so hoch als bei einer niedrigen Adhärenz (weniger als 80% der vorgeschriebenen Einnahmen).

Tipps und Tricks können Patienten helfen an ihre Arzneimitteleinnahme zu denken. Es kann hilfreich sein die Einnahme mit einer täglichen Routinehandlung
(z.B. Frühstück, Zähneputzen) zu verbinden. Außerdem kann das Stellen eines Weckers oder die Verwendung einer App an die Tabletteneinnahme erinnern. Anderen Patienten hilft es wiederum die Tabletten in einem Tabletten-Dispenser vorzubereiten.

Die Individual-Verblisterung Ihrer Medikamente ist ein Service der Birken-Apotheke und eine hervorragende Optionen eine hohe Adhärenz zusammen mit bestmöglichster pharmazeutischer Betreuung zu verwirklichen. Bei Interesse oder für weitere Informationen sprechen Sie uns gerne an.

Jeder Patient muss für sich seinen eigenen Weg finden, um die tägliche Einnahme der Tabletten nicht zu versäumen.

Quelle : www.hivandmore.de/aktuell/2017-03/fruehe- adhaerenz-beguenstigt-langzeitverlauf.shtml (am)

Die heutige medikamentöse HIV-Therapie umfasst eine Kombination von drei Wirkstoffen, von denen in der Regel zwei zur Klasse der Nukleosidanaloga (NRTI) gehören und das „Rückgrat der Therapie“ bilden.

Der dritte Wirkstoff wurde in den letzten Jahren immer wieder gewechselt. Nachdem zunächst die Proteasehemmer die größte Bedeutung hatten, kamen bald die NNRTI (nicht-nukleosidische Reversetranskriptase Inhibitoren) dazu und zuletzt noch die Integrasehemmer.

Die Universität von North Carolina veröffentlichte nun die Ergebnisse einer Studie von HIV-Patienten, die ihre antiretrovirale Therapie zwischen 1996 und 2014 begonnen hatten. Patienten, die einen Integrasehemmer als Teil ihrer Dreifachkombination erhielten, konnten ihre ursprüngliche Therapie wesentlich länger beibehalten, da seltener Therapieversagen oder Nebenwirkungen auftraten. Zu der geringsten „Therapietreue“ führte eine Dreifachkombination von NRTI. 

Quelle : Davy T et al., „Increased persistence of initial art with inst-containing regimens [1996-2014]“, CROI 2017, Seattle. Projekt Information Mai/Juni 2017, Jahrgang 25, Nr. 3(nh)

Das biotechnologische Unternehmen Abivax arbeitet derzeit an einem Wirkstoff zur funktionellen Heilung der HIV-Infektion bzw. von AIDS. In ersten Tests konnte gezeigt werden, dass die neue Leitsubstanz nicht nur die Viruslast zu senken vermag, sondern auch eine Neureplikation des HI-Virus nach erfolgreicher Therapie aus dem im Blut befindlichen HIV-Reservoir vermindert. Dieser Effekt ist bislang einzigartig und lässt auf eine Therapie hoffen, die dazu imstande sein könnte, das HI-Virus nachhaltig auch bis nach Therapieende zu bekämpfen.

Eine klinische Phase IIa-Studie, in der HIV-infizierte Patienten neben ihrer antiretroviralen Therapie über einen Zeitraum von 28 Tagen auch mit ABX464 behandelt werden, soll Aufschluss darüber geben, ob die sich vor allem im Darm befindlichen HIV-Reservoire mit dem Wirkstoff reduzierend beeinflussen lassen.

Neben den genannten Effekten konnte aus den präklinischen Daten auch ein positiver Einfluss auf chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa abgeleitet werden, da durch ABX464 vermehrt körpereigene Stoffe, sogenannte Zytokine, ausgeschüttet werden, die die entzündlichen Prozesse in der Darmschleimhaut zurückdrängen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mit ABX464 von Abivax ein zu diesem Zeitpunkt vielversprechender Wirkstoffkandidat gefunden zu sein scheint, mit dem momentan noch nicht kausal zu therapierende Erkrankungen wie eine HIV-Infektion oder CED möglicherweise effektiv bekämpft werden könnten. Diese ersten Ergebnisse zu untermauern wird jedoch noch viel Zeit und Forschungsarbeit in Anspruch nehmen.

Quelle: www.abivax.com „Klinisches Entwicklungsprogramm mit ABX464 zur funktionellen Heilung von HIV-Patienten“ www.abivax.com „ABX464/HIV – ABX464, a small and first-in-class molecule that may lead to a functional cure in HIV-patients“