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Aktuell sind zwei neue Arzneimittel (Maviret® und Vosevi®) zur Therapie der chronischen Hepatitis C auf den Markt gekommen, die bei allen HCV-Genotypen eingesetzt werden können und zur vollständigen Elimination des Virus führen.

Maviret® vom Hersteller Abbvie enthält die beiden neuen Wirkstoffe Glecaprevir und Pibrentasvir. Das Medikament muss einmal täglich über acht Wochen eingenommen werden und führt bei 98% der Patienten zur Heilung. Im Vergleich zum Konkurrenten Epclusa® ist die Therapiedauer bei Maviret® um vier Wochen kürzer. Außerdem kann Maviret® auch bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen einschließlich Dialyse eingesetzt werden. Für diese Patientengruppe gibt es bei Epclusa® keine Untersuchungen.

Vosevi® vom Hersteller Gilead ist eine neue Fixkombination aus den drei Wirkstoff en Sofosbuvir, Velpatasvir und Voxilapevir, die bei zuvor erfolglos behandelten Patienten mit HCV aller Genotypen eingesetzt werden kann. Alle drei enthaltenen Wirkstoffe hemmen an unterschiedlichen Stellen die Virusreplikation und können diese so effektiv eliminieren.

Eine Studie hat gezeigt, dass bei 96-97% der Patienten nach der Behandlung kein Virus im Blut mehr nachweisbar war. Die Behandlungsempfehlung für das Medikament ist je nach Virusgenotyp und vorherigem Behandlungsverlauf unterschiedlich. Als häufigste Nebenwirkungen nannten die Behandelten Kopfschmerzen, Müdigkeit, Durchfall und Übelkeit.

Quelle: www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=70723,; www.arznei-news.de/vosevi/; www.arznei-news.de/glecaprevir

In der DISCOVER-Studie, durchgeführt durch den Hersteller Gilead, soll sich zeigen, ob der Truvada®-Nachfolger Descovy® ebenso gut zur PrEP geeignet ist wie Truvada® selbst. An der Studie können 5000 HIV-negative Männer und Transsexuelle ab 18 Jahren teilnehmen, die Sex mit Männern haben und dabei häufig HIV-Risiken eingehen. In Deutschland gibt es vier Studienzentren in Berlin, München und Frankfurt.
Bisher sind erst 3000 Plätze belegt. Die Studienteilnehmer bekommen über mindestens 48 Wochen Medikamente. Sie erfahren aber erst zum Schluss, ob sie das zur HIV-PrEP zugelassene Truvada® oder Descovy® bekommen haben.

Während der Studie werden den Teilnehmern die Medikamente kostenfrei zur Verfügung gestellt inklusive der Laboruntersuchungen. Truvada® ist seit Sommer 2016 in der EU zur Prophylaxe zugelassen und seit Oktober nun mehr auch in Deutschland als PrEP verordnungsfähig. Die Kosten werden jedoch nicht von der Krankenkasse  übernommen.

Quelle: Magazin.hiv: „Pillen zum Schutz vor HIV“- DISCOVER-Studie jetzt auch in Deutschland

Endgültige Heilung von HIV blieb bislang aus, da das HI-Virus sich in ruhenden Immunzellen (CD4-T-Zellen) versteckt. Dadurch wird das Virus nicht vom eigenen Immunsystem gefunden und bleibt unentdeckt. So gelingt es dem Virus jahrelang zu überleben und kann somit jederzeit wieder angreifen.

Eine Arbeitsgruppe der Université de Montpellier hat nun das Versteck enttarnt: ruhende T-Helferzellen, die das Protein CD32a auf ihrer Oberfläche besitzen sind insgeheim mit dem Virus identifiziert, alle anderen nicht. Mit Hilfe von Antikörpern gegen das Oberflächenprotein wurden gezielt die infizierten T-Helferzellen aus dem Blut von Menschen filtriert, deren Infektion durch Medikamente fast komplett unterdrückt ist. Dies war bislang nicht möglich.

Sollte sich die Entdeckung der Forscher bestätigen, könnten gezielt Wirkstoffe entwickelt werden, denen das identifizierte Oberflächenprotein als Target dient. So könnte das Virus in seinem Rückzugsort vernichtet werden. Es ist zu hoffen, dass dies das einzige Versteck des Virus ist.

Selbst wenn ein HIV-Patient erfolgreich therapiert wurde, verbleibt im Körper Viruserbgut zurück. Wissenschaftler der University of Pittsburgh haben nun einen Test entwickelt, der die Reste des Viruserbguts noch schneller, einfacher und kostengünstiger aufspürt.

Der Vorteil des neuen Tests ist, dass dieser nur intaktes Viruserbgut aufspürt, welches dem Körper ernsthaft schädigen kann.  Ein weiterer Vorteil ist, dass für diesen Test weniger Blut des Patienten benötigt wird und die Testergebnisse innerhalb einer Woche vorliegen. Außerdem soll der Test eine Aussage über die Größe des verbliebenen Virusreservoirs machen. So könnte zukünftig besser beurteilt werden, ob ein Patient geheilt ist.

Quelle: www.spektrum.de, „Geheimes HIV-Versteck enttarnt“ , 17.03.2017 | www.spektrum.de, „Neuer HIV-Test spürt versteckte Viren noch besser auf“, 30.05.2017