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Jedes Jahr infizieren sich etwa zwei Millionen Menschen neu mit HIV. Obwohl es mittlerweile eine große Bandbreite von Medikamenten gegen den Ausbruch von AIDS gibt, bleibt das Virus und die damit verbundene Krankheit eine globale Herausforderung. Laut Zahlen der UNO lebt etwa die Hälfte aller HIV-Positiven in Süd- oder Ostafrika.

In Südafrika haben Forscher der University of Oxford und des Max Pettenkofer-Institutes der Universität München nun eine bemerkenswerte Entdeckung gemacht. Bei der Analyse von 170 Blutproben HIV-positiver Kinder wurde eine „Immunisierung“ gegen den Ausbruch von AIDS entdeckt. Obwohl bei HIV-infizierten Kindern die Progression zu AIDS normalerweise schneller erfolgt als bei Erwachsenen, war dies bei keinem dieser Kinder der Fall. Die Kinder sind zwar nicht immun gegen eine Ansteckung mit HIV, jedoch scheint ihr Immunsystem einen Weg gefunden zu haben ihnen ein weitgehend unbeschadetes Leben mit dem Virus zu ermöglichen.

Normalerweise macht sich das Virus die erhöhte Aktivität des Immunsystems zu Nutze, schwächt den Körper und führt damit zur Progression zu AIDS. Untersuchungen zeigten, dass sich das Virus bei den Kindern zwar sehr stark vermehrt, aber das Immunsystem nicht darauf reagiert. Interessanter Weise wurde ein ähnliches Phänomen bei bestimmten Primaten beobachtet, den Wirtstieren des Simian Immunodeficiency-Virus (SIV), von dem auch das HI-Virus ursprünglich abstammt. Es ist bemerkenswert, dass die Kinder auch zwei wesentliche immunologische Merkmale mit diesen Primaten teilen.

Die Blutanalysen ergaben eine geringe Expression des Chemokin Rezeptors CCR5 auf langlebigen, zentralen CD4+ T Gedächtniszellen und eine weitgehend intakte Funktion des Immunsystems trotz großer Viruslast (im Durchschnitt 26 000 Kopien/ml). Hinzu kommt, dass in den Blutproben hoch wirksame breit neutralisierende Antikörper gegen HIV entdeckt wurden.Diese Studie eröffnet den Wissenschaftlern neue Erkenntnisse zu möglicherweise bisher unbekannten Abwehrmechanismen. Zukünftig könnten die Entdeckungen in Form neuer Interventionsmethoden bei chronischen HIV-Infektionen große Bedeutung haben und so auch anderen HIV-Patienten zugutekommen.

Quelle: Muenchhoff et al., Nonprogressing HIV-infected children share fundamental immunological feature of nonpathogenic SIV infection. Science Translational Medicine (2016), Vol. 8, Issue 358, pp.358ra 125. DOi: 10.1126/scitranslmed.aag1048, www.huffingtonpost.de “VieleKinder in Südafrika sind immune gegen AIDS”, www.uni-münchen.de

Die neue Kombination Epclusa® gegen Hepatitis C ist seit nun mehr knapp einem Jahr auf dem Markt. Es enthält neben dem alten Wirkstoff Sofosbuvir (NS5B-Polymerase-inhibitor) den neuen Wirkstoff Velpatasvir. Dieser hemmt das Nichtstrukturprotein-5a, welches ebenfalls für den Replikationskomplex benötigt wird. Somit wird das Virus auf zwei Arten in seiner Vermehrung gehemmt. Velpatasvir ist hochselektiv für HCV.

Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel zwölf Wochen und die Kombination zeigt bisher kaum Resistenzentwicklung. Epclusa® ist geeignet für alle sechs Genotypen des HCV, aber mit einem Preis von ca. 66.000 € für drei Monate auch am teuersten.

Quelle:  Quelle: DAZ Beilage Neue Arzneimittel November 2016

In Flughäfen kommen jeden Tag Menschen aus allen Ländern und Kontinenten direkt oder indirekt miteinander in Kontakt. Keime mit mehrfachen Antibiotika-Resistenzen werden so global verteilt.

Forscher fanden auf Türklinken von Toilettenkabinen in Flughäfen sowohl Haut, als auch Darmkeime aus der ganzen Welt. In einer Studie wurden z.B. am Flughafen Paris multiresistente Bakterienstämme gefunden, die bisher nur in Indien bekannt sind. Besonders gefährlich sind solche Keime für immungeschwächte Menschen, bei denen schwere Infektionen hervorgerufen werden können.

Die Wissenschaftler raten besonders auf Reisen auf die Hygiene nach dem Toilettenbesuch zu achten. „Extreme Maßnahmen“, wie z.B. die Türklinke nur mit einem Stück Toilettenpapier anzufassen, die im täglichen Leben weniger sinnvoll sind, in Flughäfen durchaus ratsam.

Für den Umgang mit Alltagskeimen genügen simple Mittel aus. „Händewaschen ist die Hygienemaßnahme Nummer eins“, rät Wolfgang Dott, Professor für Hygiene und  Umweltmedizin an der RWTH Aachen.

Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 3734; 161 JG; 49. Ausgabe vom 8.12.2016