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Bislang müssen HIV-Patienten täglich bis zu drei Tabletten einnehmen (nur in Einzelfällen mehr), um die Viruslast im Körper zu kontrollieren. Nun ist es Forschern jedoch gelungen eine Injektionstherapie gegen HIV erfolgreich zu testen. In einer in Deutschland durchgeführten Studie, die vor allem die Sicherheit der Therapie prüfte, wurden Patienten von einer oralen Therapie auf eine intramuskuläre Therapie im Abstand von vier bzw. acht Wochen umgestellt. Der Patient musste folglich nur noch einmal im Monat bzw. alle 2 Monate eine Spritze injizieren. Nach knapp zwei Jahren war die Viruskontrolle bei der Injektionstherapie sogar etwas besser als bei der konventionellen Tabletten-Einnahme. Bei 90 Prozent der Patienten wurde das Virus dauerhaft unterdrückt. Die häufigste Nebenwirkung waren Schmerzen an der Einstichstelle, die im Mittel nach drei Tagen abklangen.

Die Vorteile der neuen Therapie liegen auf der Hand. Eine seltenere Anwendung könnte dazu führen, dass Patienten sich zuverlässiger an Therapien halten. Zusätzlich besteht die neue Therapie aus nur zwei Substanzen wie sonst üblicherweise drei Substanzen. Dies würde sowohl die Kontrolle des HIV-Erregers verbessern als auch die Entstehung von Resistenzen gegen Wirkstoffe erschweren.

Zulassungsstudien für die neue Injektionstherapie laufen bereits. Wenn in diesen Studien die Ergebnisse bestätigt werden, steht in Zukunft eine effektive Alternative in der HIV-Therapie zur Verfügung, besonders für Patienten, die Probleme mit der Therapietreue oder beim Schlucken haben.

Quelle: www.handelsblatt.com/technik/medizin



Laut Weltgesundheitsorganisation waren im Jahr 2015 weltweit über 37 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Mit der derzeitigen antiretroviralen Therapie kann die Erkrankung zwar gut kontrolliert werden, eine Heilung ist jedoch nicht möglich.

Verschiedene gentherapeutische Ansätze, die auf eine Heilung von HIV abzielen, befinden sich derzeit in der Entwicklung. So wird beispielsweise versucht T-Zellen zu erzeugen, die das Virus nicht aufnehmen, indem die Andockstelle, über die das Virus in die Zelle gelangt, zerstört wird.

Eine weitere Strategie ist es mit Hilfe von Enzymen die Erbsubstanz der HI-Viren zu zerstören, sodass keine funktionellen Viren mehr gebildet werden können.

Außerdem gibt es Ansätze, die durch Einschleusen bestimmter Gene dem eigenen Immunsystem die Fähigkeit verleihen, gezielt gegen Körperzellen vorzugehen, die mit HIV infiziert sind. Vergleichbare Mechanismen werden auch in der Krebstherapie entwickelt, die in diesem Bereich bereits sehr erfolgsversprechend scheinen.

Ebenso arbeiten Wissenschaftler gerade an einer Methode, bei der ein bestimmtes Gen in Muskelzellen gespritzt wird, sodass diese Zellen langfristig Antikörper gegen HI-Viren bilden. Auch hierbei wird das eigene Immunsystem bei der Zerstörung des Virus unterstützt.

Es gibt bereits viele Daten, die zeigen dass die verschiedenen Ansätze erfolgreich sein könnten. Dennoch wird es noch einige Jahre dauern bis diese gentherapeutischen Methoden eventuell in der Therapie eingesetzt werden können, da noch viele Studien notwendig sind, um die Wirksamkeit zu belegen und die Sicherheit für den Patienten zu gewährleisten. Weiterhin ist es wichtig, Therapien zu entwickeln, die kostengünstiger sind, da die gentherapeutischen Möglichkeiten derzeit noch sehr teuer sind.

Quelle: „Fight fire with fire: Gene therapy strategies to cure HIV“, Jon Huyghe, Sips Magdalena & Linos Vandekerckhove, http://dx.doi.org/10.1080/14787210.2017.1353911

Auf ihrem eigenen Informationsportal stellt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, kurz BZgA, viele nützliche Informationen zusammen zu sexuell übertragbaren Infektionen (STI), wie Chlamydien, Syphillis, HPV und HIV, als das es auch sensible Bereiche wie sexuelle Identität, Geschlechtsidentität und Safer Sex aufgreift. Das Online-Portal wird ergänzt durch die Möglichkeiten der anonymen telefonischen Beratung, sowie Beratungsstellen vor Ort. Die Informationen sind übersichtlich, sowie anschaulich dargestellt. Neben einem Bereich für Laien, gibt es auch einen für Fachkräfte und Pressemitteilungen.

Quelle: www.liebesleben.de , Viro Letter 06/2017