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Einige von Ihnen werden sicherlich von der bahnbrechenden Methode der Heilung von Krankheiten durch die Genschere CRISPR/Cas9 gehört haben, welche über einen Eingriff in die DNA an bestimmten Stellen fehlerhafte oder unerwünschte Gene herausschneiden kann und so die entsprechenden Gene ausschaltet. Diese Methode müsste sich doch sicherlich auch eignen, um bei einer HIV-Infektion die entsprechenden zellverändernden Gene in den betroffenen Zellen zu entfernen und diese so durch eine Behandlung zu heilen. Prof. Joachim Hauber vom Hamburger Heinrich-Pette-Institut testet genau diese gentechnische Methode erfolgreich an Zellkulturen und Mäusen. Da allerdings genetische Studien am Menschen aufgrund von ethischen Aspekten nicht so einfach zu genehmigen sind und HIV-Patienten zudem bei entsprechender Therapietreue eine weitestgehend normale Lebenserwartung ohne größere Einschränkungen haben, wurden solche Studien an Menschen bis jetzt abgelehnt.

Nun gibt es jedoch einen Hoffnungsschimmer aus der Krebsbehandlung. Seit einiger Zeit ist für Menschen, die an B-Zell Lymphomen leiden, eine gentechnische Therapie verfügbar. Bei der sogenannten CAR-T-Zell Therapie werden den Patienten durch ein spezielles Verfahren Immunzellen entnommen und so verändert, dass sie die Krebszellen gezielt erkennen und zerstören. Diese Methodik lässt sich auch auf HIV Patienten übertragen, da diese auch manchmal an einem B-Zell Lymphom leiden. Bis jetzt wurden die entsprechenden Patienten jedoch aufgrund erhöhter Sicherheitsstandards, die zur Veränderung von HIV-befallenen Immunzellen in den Laboren nötig sind und aufgrund der geringen Anzahl dieser Labore, von diesen Studien ausgeschlossen.

Nach vielem hin und her sowie der Überwindung einiger bürokratischer Hürden soll es nun im nächsten Jahr eine Studie geben, welche Personen mit HIV und resistentem bzw. wiederauftretendem B-Zell Lymphom behandelt. Konkret soll ein Teil der Probanden die CAR-T-Zell Therapie erhalten. Ein weiterer Teil soll mit einer CAR-T-Zell Therapie mit zusätzlicher CRISPR/Cas9 Genschere behandelt werden.

Wir verfolgen die Studie mit Spannung und halten Sie natürlich über weitere Ansätze und Ergebnisse auf dem Laufenden!

Quelle: Projekt Information S.7-8 „Was ist mit der „Genschere“?“, Jahrgang 28, Nr.6